Aktivierende Bewegungstherapie bei Parkinson – Ergebnisse einer Bachelorarbeit

Ergebnisse einer qualitativen Bachelorarbeit aus der Physiotherapie

Bewegungstherapie bei Parkinson gilt heute als eine der wichtigsten nicht-medikamentösen Maßnahmen. Dennoch zeigt sich im Alltag vieler Betroffener eine große Unsicherheit: Welche Bewegung ist sinnvoll? Wie oft sollte trainiert werden? Und wie lässt sich Bewegung langfristig in den Alltag integrieren?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt meiner Bachelorarbeit zur aktivierenden Bewegungstherapie bei Parkinson.

Ziel der Bachelorarbeit

Ziel der Arbeit war es, zu untersuchen,

  • wie Menschen mit Parkinson Informationen zur Bewegungstherapie erhalten,

  • wie sie diese Informationen bewerten,

  • und welche Faktoren die Umsetzung von Bewegung im Alltag fördern oder behindern.

Ein besonderer Fokus lag auf Copingstrategien, Empowerment und der Rolle von Physiotherapie und Begleitung im Krankheitsverlauf.

Methodik: Qualitative Forschung mit Betroffenen

Die Bachelorarbeit basiert auf einer qualitativen Interviewstudie. Befragt wurden:

  • Personen mit Parkinson (PmP)

  • Peer-Berater:innen mit eigener Erkrankungserfahrung

Die Interviews wurden leitfadengestützt durchgeführt, transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.


Alle Teilnehmenden wurden vollständig anonymisiert, die Studie erfolgte freiwillig und mit Ethikvotum.

Zentrale Ergebnisse zur Bewegungstherapie bei Parkinson

Bewegung ist bekannt – konkretes Wissen fehlt oft

Die Mehrheit der Befragten weiß, dass Bewegung bei Parkinson wichtig ist. Allerdings fehlt häufig Wissen zu:

  • geeigneten Bewegungsformen,

  • Trainingsintensität und -häufigkeit,

  • Anpassung der Bewegung an Symptome und Tagesform.

Die Empfehlungen bleiben oft allgemein und wenig alltagsnah.

Informationsdefizite nach der Diagnose

Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist der Mangel an strukturierter Information direkt nach der Parkinson-Diagnose.
Bewegung wird zwar empfohlen, jedoch selten individuell erklärt oder begleitet.

Viele Betroffene wünschen sich:

  • frühzeitige Beratung,

  • verständliche Informationen,

  • eine kontinuierliche Begleitung.

Hindernde Faktoren bei der Umsetzung von Bewegung

Zu den häufig genannten Barrieren zählen:

  • motorische Symptome und körperliche Einschränkungen,

  • Unsicherheit im Umgang mit Bewegung,

  • fehlende oder schwer zugängliche Angebote,

  • organisatorische und strukturelle Hürden.

Diese Faktoren erschweren es vielen Menschen mit Parkinson, Bewegung regelmäßig umzusetzen.

Fördernde Faktoren: Empowerment und Begleitung

Als besonders förderlich für die Bewegungsumsetzung wurden genannt:

  • persönliche Betreuung durch Physiotherapie oder Coaching,

  • soziale Unterstützung,

  • Austausch mit anderen Betroffenen,

  • das Erleben von Selbstwirksamkeit und Kontrolle.

Empowerment spielt dabei eine zentrale Rolle.

Bedeutung für Physiotherapie, Coaching und Versorgung

Die Ergebnisse zeigen deutlich:
Aktivierende Bewegungstherapie bei Parkinson ist mehr als Training.

Für eine nachhaltige Wirkung braucht es:

  • verständliche Information,

  • individuelle Begleitung,

  • langfristige Unterstützung im Selbstmanagement.

Physiotherapeut:innen, Coaches und andere Gesundheitsfachpersonen können eine entscheidende Rolle übernehmen, um Betroffene zu stärken und Bewegung im Alltag zu verankern.

Fazit: Bewegung als aktiver Teil des Krankheitsmanagements

Bewegung bei Parkinson ist kein Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil eines aktiven Krankheitsmanagements.
Die Bachelorarbeit macht deutlich, dass Wissen, Beziehung und Empowerment entscheidend dafür sind, ob Bewegung langfristig gelingt.

Zur Bachelorarbeit

Die Bachelorarbeit „Aktivierende Bewegungstherapie bei Personen mit Parkinson im Kontext von Copingstrategien und Empowerment“ wurde 2025 im Studiengang Physiotherapie Plus an der Hochschule Furtwangen eingereicht.

Medizinischer Hinweis:
Die auf dieser Website bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Gesundheitsförderung und ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Beratung oder Behandlung.

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